Europa in der Schule

 Projekt der Klasse 6a -Europa in der Schule
Die Klasse 6a hat mit zwei netten russischen Studentinnen ein Russischprojekt durchgeführt. Dabei
erhielten wir viele neue und interessante Informationen über Russland und die russische Sprache.
Besonders gefielen uns die russische Musik, die Tänze und die Spiele. Am letzten Tag haben wir alle
zusammen einen russischen Salat gemacht und russisches Gebäck gebacken. Zum Essen gab es Tee
aus dem Samowar und die Erfahrung, dass Tee trinken aus dem Samowar auch etwas ganz Tolles ist…
Vielen herzlichen Dank an Valeria und Ariana für die schöne Zeit und die prima Ideen.
Alexa Zeiler 6a

 

Schüleraustausch Tarjan - Ungarn 2017

 Am 21.4 machte sich eine Gruppe von 21 Schülern der 6./7.Klassen gemeinsam mit Frau Meißner und Frau Richter auf den Weg nach Ungarn. Alle waren sehr aufgeregt, für viele war es die erste Reise so weit weg von den Eltern und außerdem wartete eine lange Zugfahrt auf uns. Diese bewies sich aber als sehr abwechslungsreich und verging recht schnell. Herzlich von unseren Gasteltern empfangen, verbrachten wir den Abend in den Familien.
Am Sonnabend trafen wir und morgens zu einer Dorfrallye, gemeinsam in kleinen Gruppen erkundeten wir den Ort Tarján und die nähere Umgebung, sahen Kirchen und Weinberge und auch die Schule. Unsere Partnerschule ist eine Nationalitätengrundschule, die von den Schülern bis zur 8.Klasse besucht wird. Alle Schüler lernen dort die deutsche Sprache und einige Fächer wie z.B. Geschichte und Geografie werden auch auf Deutsch unterrichtet.
Nach unserer Rallye wartete ein abwechslungsreiches Familienprogramm auf uns. Viele Aktivitäten gab es am Wochenende - manche fuhren sogar bis zum Balaton.
Am Montag begann unser interessantes Programm mit einer Teilnahme am Unterricht, dem Tag des Brauchtums und der Traditionen, auch wurden wir sehr herzlich vom Bürgermeister und der Schulleiterin begrüßt. Wir lernten etwas über die Kultur und Geschichte der Donauschwaben und übten uns im Plätzchen backen nach alten Rezepten. Die folgenden Tag waren ebenfalls sehr interessant - Tag im Weinberg mit Kesselgulasch, Schwimmbad, Besuch des Zoos in Budapest, Besichtigung des Ungarischen Parlaments, Einkaufsbummel und sogar ein kleines Chorfestival. Dafür hatten wir auch einen kleinen Beitrag mit drei Liedern vorbereitet. Zur Belohnung gab es eine Urkunde und kleine Geschenke.
Schweren Herzens und mit Abschiedstränen machten wir uns am Freitag auf den Heimweg. Wir freuten uns aber auch auf unsere Familien, denn es gab viel zu erzählen nach einer Woche.

Bedanken möchten wir uns bei allen Gasteltern für die liebevolle Aufnahme, das Verwöhnen und das Trösten bei Heimweh. Ein herzliches Dankeschön geht auch an die ungarischen Lehrer, die alle Tage mit viel Liebe vorbereitet hatten.
Vielen, vielen Dank und wir kommen gern wieder!

Lehrerbegegnung Jekaterinburg

 Vom 21.01. -27.01.2017 weilte eine kleine Lehrerdelegation des Gymnasiums Nr. 37 - Jekaterinburg unter Leitung ihrer Schulleiterin Svetlana Truchina in Halle. Ziel war es, die 2008 begonnene Partnerschaft zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und die russischen Kolleginnen und Kollegen mit unserer Schulprogrammarbeit bekannt zu machen.
Am Ankunftstag wurden unsere Gäste in Berlin von unserem Schulleiter empfangen und bis zur Abfahrt des Zuges nach Halle mit Berlin bekannt gemacht.
Nach der Ankunft in Halle blieb Zeit für das erste Kennenlernen in den Gastfamilien, kleine Spaziergänge und ein bisschen Erholung. Am Abend stand dann eine gemeinsame Geburtstagsfeier auf dem Programm, denn zwei der russischen Kolleginnen feierten am Anreisetag ihren Geburtstag. Gemeinsam wurde ein kaltes Buffet vorbereitet und nach dem ersten Toast auf die Geburtstagsgäste wurde es ein urgemütlicher Abend des gegenseitigen Kennenlernens mit russischen Liedern.
Am Sonntag trafen sich alle Gäste und Gastgeber auf dem Bahnhof um die erste Exkursion zu starten- nach Dresden. Hier standen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf dem Programm sowie ein Besuch der Gemäldegalerie "Alte Meister" um u.a. die Sixtinische Madonna und das Schokoladenmädchen zu bewundern.
Am Montag sollte nun unser "Arbeitsprogramm" beginnen. Nach einer Begrüßung und einem Schulrundgang, bei dem unsere Gäste die Räumlichkeiten der Schule und auch einige unserer Kollegen kennenlernen konnten, durfte auch der Unterricht besucht werden, um erste Eindrücke über die Unterrichtsarbeit zu gewinnen. Nach diesem kurzen Einblick und einem Mittagessen in der Schulmensa, trafen wir uns zu einem Workshop und Erfahrungsaustausch in der Schulbibliothek.
Wir stellten den russischen Kolleginnen unsere UNESCO Schularbeit vor, machten sie mit unserer Schülerfirma und deren Arbeit bekannt, tauschten uns über die Arbeitsgemeinschaften, Schulexkursionen, Projekte in- und außerhalb des Unterrichtes aus. Dabei konnten wir gleichzeitig noch Einblick in ein kleines Projekt zweier russischer Studentinnen im Rahmen "Europa macht Schule" gewinnen. Nach umfangreicher Diskussion ging es ins Schokoladenmuseum der ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands - Der Halloren- Schokoladenfabrik. Hier gingen die russischen Lehrer auf den Spuren ihrer Schüler, wenn diese zum Austausch bei uns weilen und bekamen auch ein Quiz in Form eines Arbeitsblattes, das es zu lösen galt. Zur Belohnung für die richtige Antwort gab es etwas Süßes. Der Abend klang mit vielen neuen Eindrücken und reichlich Erzählstoff bei einem gemeinsamen Abendessen aus.
Der Dienstag stand im Zeichen der außerschulischen Lernorte. Unsere Gäste sollten die Partner kennenlernen, mit denen wir schon über Jahre zuverlässig bei Projekten zusammenarbeiten. Den Vormittag verbrachten wir im "Roten Ochsen", dem ehemaligen Stasigefängnis, das aber auch Gefängnis und Hinrichtungsstätte während der NS-Zeit und Ort des sowjetischen Militärtribunals war. Vom Leiter der Gedenkstätte und einem seiner Mitarbeiter wurden uns die Ausstellungen vorgestellt. Im Anschluss daran probierten wir gemeinsam Projektangebote aus. Nach einem stärkenden Mittagessen in der Mensa unserer Kunsthochschule trafen wir uns mit der Museumspädagogin der Staatlichen Galerie Moritzburg. Frau Reiche erläuterte uns bei einem Rundgang durch die Ausstellung die künstlerische Arbeit mit Schülern. Dieser Tag klang mit einem gemeinsamen Stadt- und Einkaufsbummel am späten Nachmittag aus.
Der Mittwoch begann mit einem Vormittag in der Grundschule. Da im russischen Gymnasium auch eine Grundschule zu finden ist und die Stellvertretende Schulleiterin für diesen Bereich zu den Gästen gehörte, wollten wir unsere Zusammenarbeit mit der Grundschule zeigen. Der Vormittag, super vorbereitet von der Schulleiterin Frau Gohr, begann mit der Vorstellung der Schularbeit und einem Rundgang und setzte sich mit einem Besuch des Unterrichtes fort. Begeistert wurden danach Erfahrungen und Eindrücke ausgetauscht.
Am Nachmittag besuchten wir die Martin Luther Universität um uns über die Studienmöglichkeiten der russischen Abiturienten mit einem DAD Diplom zu informieren. In russischer Sprache wurden wir über alles Wissenswerte informiert, auch unsere Fragen wurden ausführlich beantwortet. Anschließend hat die UNI, deren Partnergymnasium wir sind, für uns einen UNI-Rundgang mit anschließender kostenloser Stadtführung auf Russisch organisiert. Der Abend klang für unsere Gäste mit einer Einladung bei unserem Schulleiter aus.
Der Donnerstag stand im Zeichen der Deutschen Sprache und des deutschen Schulsystems. Da an unserem Partnergymnasium Deutsch ab der 2. Klasse gelehrt wird, war dieses Thema natürlich besonders interessant. Dazu fuhren wir in die Deutsche Nationalbibliothek nach Leipzig. Eine Mitarbeiterin der pädagogischen Dienste zeigte uns die Bibliothek, erläuterte uns die Aufgaben, machte uns mit dem Museum und der interaktiven Ausstellung sowie dem Kreativprogramm für die Schüler bekannt. Dabei durften unsere Gäste ihr Talent beim Schreiben mit Feder auf Papyrus und Pergament unter Beweis stellen. Alle waren mit so viel Eifer bei der Sache, dass wir bald unseren Termin am Nachmittag verpasst hätten.
Auf dem Weg ins Schulmuseum besuchten wir die russische Gedächtniskirche und legten dort eine kurze Besichtigungspause ein.
Im Schulmuseum machte uns der Leiter des Museums mit dem Inhalt der Ausstellungen "Schulwesen in verschiedenen gesellschaftlichen Systemen" bekannt. Beim anschließenden individuellen Rundgang ergaben sich zahlreiche Gesprächsanlässe und Diskussionspunkte, die beim gemeinsamen "Abschiedsabendessen" ihre Fortsetzung fanden.
Der letzte Tag begann mit einem Erfahrungsaustausch über Erlebtes, Neues, Bewährtes und den Vorhaben für eine weitere Zusammenarbeit. Wir zeigten den russischen Gästen wie wir mit verschiedenen Präsentationsformen für den Unterricht im Rahmen des eTwinnings arbeiten, wie unsere Schüler "Lapbooks" zu verschiedenen Themen gestalten und diese auch als Wissensspeicher und Präsentationsmedium nutzen.
Die vorgestellten Möglichkeiten fanden so viel Begeisterung, dass wir von der russischen Schulleiterin gebeten wurden, beim Gegenbesuch in Jekaterinburg dazu eine Präsentation für die russischen Kollegen zu zeigen. Außerdem stimmten wir die Termine und Inhalte für den Gegenbesuch der Lehrer im Mai, den Schüleraustausch im September und gemeinsame Projekte im laufenden Schuljahr ab. Es zeigte sich, dass dieser Besuch eine Bereicherung für beide Seiten war, wir haben viele Dinge angestoßen, die wir in Zukunft gemeinsam angehen wollen und besonders freut uns, dass sich die russische Schule entschlossen hat, den Antrag für eine UNESCO-Projektschule zu stellen. Wir werden sie dabei mit allen Kräften und unseren Erfahrungen auf diesem Weg unterstützen. Mit einem lachenden und weinenden Auge verabschiedeten sich unsere Gäste mit einem selbstgeschriebenen Gedicht von uns. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Mai mit vielen neuen Ideen.
Wir danken an dieser Stelle allen beteiligten Partnern, die uns tatkräftig bei der Organisation und der Durchführung unseres Programmes unterstützt haben. Unser besonderer Dank geht an die Stiftung DRJA, ohne deren finanzielle Unterstützung wäre dieser für beide Schulen überaus gewinnbringende Austausch nicht möglich gewesen.
Dagmar Richter
Unsere Begegnung wurde gefördert durch Mittel der Stiftung DRJA

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Workshop Wituska

 Krystyna Wituska ist zweiundzwanzig, als sie im Herbst 1942 in Warschau verhaftet wird. Sie ist gerade 24 Jahre alt, als sie durch das Fallbeil stirbt, hingerichtet im "Roten Ochsen" in Halle.
Während unseres Schüleraustausches trafen wir uns am 13.09.2016 zu einem Workshop um mehr über diese junge Frau, die unsere gemeinsame Geschichte tangiert, herauszufinden.
Vorbereitet und organisiert wurde dieser Workshop vom Leiter der Gedenkstätte Michael Viebig und den beiden Autoren des Buches "Zelle 18", Simone Trieder und Lars Skowronski.
Herzlich wurden wir in der Gedenkstätte begrüßt und mit Hilfe einer Präsentation und eines Rundganges machten wir uns mit Krystyna Wituskas letztem Aufenthaltsort vor ihrer Hinrichtung und mit dem Thema vertraut. Die anschließende Arbeit in deutsch-polnischen Arbeitsgruppen gab uns Gelegenheit Krystyna, ihre Freundinnen während der Haftzeit und auch die Ideale für die sie lebte, kämpfte und starb kennenzulernen. So erforschten wir anhand verschiedener Dokumente und sehr persönlicher Briefe die Biographien der Freundinnen, ihre Tätigkeit im Widerstand, den Alltag in der Zelle 18, den Prozess vor dem Reichskriegsgericht und ihre letzten Wochen in Halle. In den anschließenden Präsentationen machten wir unsere Gruppe mit unseren Arbeitsergebnissen bekannt.
Der Tag endete mit einem Besuch des Gertraudenfriedhofes. Dort befindet sich zum Gedenken eine Stele aus Sandstein deren Gedenkplaketten der hallesche Künstler Bernhard Göbel gestaltet hat.
Mit einer Gedenkminute und dem Verlesen eines, während des Workshops entstandenen, Briefes an Krystyna durch eine polnische Schülerin endete ein wissenswerter und erlebnisreicher Tag.
Unser besonderer Dank gilt allen Organisatoren, besonders dem Autorenteam und auch Frau Grazyna Werner, die uns als Dolmetscherin begleitete und hilfreich zur Seite stand.

Lehrerbegegnung Jekaterinburg Mai 2017

 Vom 24.-30. Mai weilte eine kleine Lehrerdelegation unter der Leitung unseres Schulleiters in Jekaterinburg. Überaus herzlich wurden wir am Abend des Tages von unseren "Gasteltern" begrüßt. Der Besuch Russlands und des Gymnasiums war für fast alle ein Novum, und wir freuten uns auf ein abwechslungsreiches Programm und einen gewinnbringenden Erfahrungsaustausch.
So trafen wir uns also am Donnerstagmorgen in der Schule um nochmals von der Schulleiterin offiziell gegrüßt zu werden. Nach einem Rundgang durch die Schule und einer ersten Begegnung mit Lehrern und Schülern stellte sich das Theaterstudio mit einen Ausschnitt aus dem Märchen "Die 12 Monate" vor, wir waren einfach begeistert vom Spiel der jungen "Schauspieler" und ein bisschen traurig, dass es solch eine tolle AG nicht bei uns an der Schule gibt. Dann wurden wir offiziell mit Brot und Salz während einer Feierstunde zum "Tag der russischen Kultur" begrüßt.
Mit den unterschiedlichen Unterrichtsmethoden machten wir uns während der Hospitationen vertraut und wurden gern in den Deutschunterricht mit einbezogen. Nach dem Mittagessen besuchten wir das schuleigene Museum. Es besteht noch nicht sehr lange und ist auf Initiative der neuen Schulleiterin, die übrigens mit dem Titel "Beste Schulleiterin" in Jekaterinburg geehrt wurde (und auch beim Landeswettbewerb in Moskau ausgezeichnet wurde), gegründet worden. Für uns war es sehr interessant zu sehen, wie hier Schulgeschichte aufgearbeitet wurde und wie man damit im Unterricht und Freizeitbereich arbeiten kann. Damit war der Tag aber noch nicht zu Ende. Wir besuchten im Rahmen der Einrichtungen, die außerschulisch für den Unterricht und für Projekte genutzt werden, das Museum der Bildenden Künste. Der erste erlebnisreiche Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen aus.
Der Freitag stand im Zeichen einer sehr individuellen Stadtführung, die wir gleich auf Schülertauglichkeit testeten, denn diese wollen beim Besuch im September eine gemeinsame Stadtrallye mit Fragen und Quiz erarbeiten, so dass man sie auch im Russischunterricht mit nutzen kann.
Sehr interessant war das Treffen im deutschen Konsulat mit Konsul Neudorfer. Bei Tee, Kaffee und von seiner Frau gebackenem Kuchen kam es zu einer angeregten Diskussion über die deutsch-russische Zusammenarbeit, die schulischen Partnerschaften, aber auch die Steine und Hindernisse, die wir bei der Organisation des Schüleraustausches vor allem in finanzieller und organisatorischer Hinsicht zu überwinden haben. Der Konsul hatte ein offenes Ohr für unsere Sorgen und Nöte, aber auch für die freudigen Ereignisse unserer Schulpartnerschaft, ist er doch ein oft und gern gesehener Gast im Gymnasium 37.
Da wir uns in unserem Russisch- und auch im Geschichtsunterricht mit der älteren und neueren Geschichte Russlands befassen, war das neueröffnete Jelzin-Zentrum genau der richtige Ort für uns, um neue Materialien des dortigen museumspädagogischen Dienstes zu nutzen.
Auch das Wochenende diente nicht nur der Erholung. Wir lernten etwas über die Industrialisierung in Russland, die Entwicklung der eisenverarbeitenden Industrie, Alltagsleben und Traditionen der russischen Bevölkerung damals und heute. Der Nachmittag in der Kunstschule forderte unsere Kreativität heraus und gleichzeitig erfuhren wir etwas über die außerschulische Förderung der russischen Schulkinder.
Natürlich gehörten auch der Besuch der alten und neuen Grenze Europa/Asien, deren Bild wir in unserem Russischbuch haben, sowie ein Besuch in Ganina Jama zum Programm. Letzteres ist ein Muss für jeden Schüler in Jekaterinburg, ist es doch der Ort , wo man die Überreste der Zarenfamilie gefunden hatte und für jedes Familienmitglied eine Holzkirche zum Gedenken errichtete hatte.
Russische Gastfreundschaft erlebten wir anschließend beim gemeinsamen Zubereiten von Speisen und Grillen in der Familie der Schulleiterin.
Der Montag startete dann wieder mit Hospitationen im Unterricht. Wie erlebten Schülerpräsentationen, Arbeit an Stationen als Jahreszusammenfassung, ein Märchenstück in einer 3. Klasse, anschauungsreichen bilingualen Mathematikunterricht und eine Biostunde zu Nationalparks und Kulturerbestätten in Russland.
Besonders bewegend war für uns das letzte Klingelzeichen für die vierten Klassen. Dank des russischen Schulsystems ist es hier möglich, die kompletten 4. Klassen feierlich zu verabschieden und mit besten Wünschen in die Hände des neuen Klassenleiters zu übergeben. Eine durchaus beneidenswerte Tradition.
Der Nachmittag stand im Zeichen eines Methodenseminars, welches wir als Gäste vorbereitet hatten. Zentrales Thema war die Arbeit mit Präsentationsformen, die es uns ermöglichen enger zusammen zu arbeiten, Ergebnisse auszutauschen und den Kontakt zwischen Lehrern und Schülern auch außerhalb des Schüleraustausches zu gestalten. Denn Schulpartnerschaft heißt nicht nur Schüleraustausch sondern auch Zusammenarbeit. Im anschließenden " Bastelseminar" gestalteten wir gemeinsam Symbole der russischen Schule, die sich auch in Deutschland einfach nachbasteln lassen.
Fazit unseres Austausches:
wir haben neuen Freunde gewonnen und alte wieder getroffen
gemerkt, dass wir in eine Richtung denken, gleich handeln und fühlen
wir an unserer Schule viel mehr in Richtung Lob und Anerkennung für die Schüler arbeiten müssen und auch das eine oder andere Fest gestalten sollten
wir den Kontakt auf jeden Fall durch fachübergreifende Projekte im Jahreslauf pflegen werden
unsere Partnerschule bei ihrer UNESCO Bewerbung unterstützen werden
eine Partnerschaft im Grundschulbereich aufbauen werden
uns über unsere Homepages vernetzen wollen mit einem Blick in die Partnerschule�.
Auf jeden Fall war es ein sehr intensiver Besuch, der uns viele Impulse für die eigene Arbeit bescherte und vor allem bei den jüngeren Kolleginnen im Team Interesse für die Partnerschaft und die Pflege der Zusammenarbeit geweckt hat.
Wir danken der Stiftung DRJA sehr für die Unterstützung unserer beiden Begegnungen, die es uns ermöglichten wieder ein Stückchen mehr zusammenzurücken.
Dagmar Richter
(Projektleiterin)
Die Begegnung wurde gefördert mit Mitteln der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch.

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Projekt Ravensbrück

 

 Im Rahmen des von der Stiftung DPJW geförderten Projektes "Wege der Erinnerung" nahmen jeweils 14 polnische und deutsche Schüler an einem gemeinsamen Projekt im Konzentrationslager Ravensbrück teil. Die Teilnehmer unserer Schule lernen in den Klassen 9b, 10a und 10b. Die Schüler der Partnerschule in Warschau in der 1.Klasse des Lyzeums. Gemeinsam hatten wir das Ziel, das Schicksal der vor allem polnischen Häftlinge im KZ Ravensbrück zu erforschen. Mit Hilfe von Dokumenten, Filmen, Fotos und Gedichten aus dem Lager bereiteten wir auf unser Projekt vor.
Der polnischen Gruppe gelang es, in Warschau zwei Überlebende zu interviewen und dazu kleine Filme zu machen. Frau Alicja Gawlikowska- ?wierczy?ska und Frau Marianna Danuta Janowska beantworteten die Fragen der polnischen Jugendlichen gern. Die sehr ausführlichen und mit so viel Temperament und Herzenswärme gegebenen Antworten waren für alle Beteiligten beeindruckend und vermittelten uns einen ersten Eindruck vom schier unmenschlichen Lebensalltag im Lager, der Solidarität untereinander, des Leids, der Trauer aber auch des unbedingten Willens zu überleben.
Die polnische Gruppe hatte extra für uns auch deutsche Untertitel zu ihren Filminterviews erstellt. Während unseres Projektes, das von den pädagogischen Mitarbeitern der Mahn- und Gedenkstätte betreut wurde, wohnten wir in der Jugendherberge am Rande des Lagers. Die Abende waren angefüllt mit dem gegenseitigen Kennenlernen, mit Sprachspielen, einem Quiz über das jeweilige Nachbarland oder auch mit einer Diskussion unter dem Thema "Typisch Polnisch, Typisch Deutsch".
Verständigungsprobleme gab es dank der guten Deutschkenntnisse der polnischen Schüler kaum, man konnte sich auch mit Englisch behelfen oder auf die Hilfe der mitgereisten Lehrerinnen zurückgreifen. Unser eigentliches Projekt begann mit einem Fotospaziergang durch das Lager, den wir in kleinen deutsch/polnischen Gruppen unternahmen. Es war eine Selbsterkundung während derer wir 4 für uns interessante Fotos machen sollten und diese dann im gemeinsamen Plenum vorstellen sollten. Wir lernten auch das Archiv des Lagers kennen, besichtigten die Ausstellungen, machten uns mit dem Außengelände des Lagers und des Arbeitslagers vertraut und versuchten zu verstehen, was hier in den Jahren 1939 bis 1945 geschehen war. Dabei halfen uns das Lesen der im Lager entstandenen Gedichte, Briefe, Zeichnungen und auch unsere aktive künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Lageralltag. Als Ergebnis entstanden eine Ausstellung mit schwarz/weiß Kunstwerken, Collagen, einer Fotostory sowie einem sehr persönlichen Buch, zu dem jeder von uns eine Seite mit seinen ganz persönlichen Eindrücken gestaltete.
Zu einem besonders bewegenden Moment kam es für uns als die Leiterin der polnischen Gruppe, Frau Miros?awa Chmielewska-Dryszel, uns von ihrer Großmutter Leokadia Chmielewska erzählte, die in Ravensbrück ermordet wurde. Für alle Frauen legten wir zum Gedenken am Ufer des Schwedt-Sees Rosen nieder.
Während eines Ausfluges nach Berlin erkundeten wir unter anderem die Gedenkstätten für die Sinti und Roma, die ermordeten Reichstagsabgeordneten sowie das Holocoust-Denkmal.
Es war für alle beteiligten Schüler und Lehrer ein sehr bewegendes Projekt. Wir erfuhren Geschichte und Leid hautnah, nicht nur aus dem Lehrbuch. Die freundschaftliche, kreative und von gegenseitiger Hilfe und Achtung geprägte Arbeitsatmosphäre begleitete uns während der gesamten Woche und machte uns deutlich, wie wichtig Frieden und gute nachbarliche Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern- Polen und Deutschland- sind. Wir danken der Stiftung DPJW für die finanzielle Unterstützung unseres Projektes.

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